Geschichtliches zur Gemeinde Mühldorf
Die erste Nennung des Dorfes Mühldorf, welches der Landesfürst dem Stifte Vorau geschenkt hatte, erfolgte im Jahre 1184. Die bäuerlichen Menschen dieser Gegend waren hauptsächlich Untertanen der beiden Grundherrschaften Gleichenberg und Hainfeld.
Geographisch gesehen liegt Mühldorf zwischen der Bezirksstadt Feldbach und Bad Gleichenberg, dem ältesten Kurort der Steiermark.
Mühldorf und Oedt wurden im 15. Jahrhundert schwer geprüft. Pest, Heuschrecken und ständige Einfälle durch Feinde aus dem Osten und die Folge der daraus entstandenen Hungersnöte waren die Ursachen weitgehender Verödung.
Als Symbol der Gemeinde Mühldorf gilt der schrumpfende Steinberg (ein etwa 2 Mill. Jahre alter Vulkankegel) am Nordostrand des Ortes, wo seit dem 17. Jahrhundert hartes Basaltgestein für die Errichtung von Bahn- und Straßenanlagen abgebaut wird.
Vor rund 130 Jahren ist aus Unachtsamkeit einer Bäuerin ein ganzer Teil des Dorfes Mühldorf abgebrannt und immer wieder vernichteten Hochwässer die Ernte der dort lebenden Bauern.
Während des Ersten Weltkrieges befand sich in Feldbach und Mühldorf eines der größten und modernsten Kriegsgefangenenlager (Musterlager) der gesamten Monarchie, worin insgesamt 50.000 Kriegsgefangene (russ. und ital. Nationalität) Platz fanden.
Am Ostersonntag, den 1. April 1945 zogen schwer bewaffnete Rotarmisten vom Süden kommend mit Panzerfahrzeugen durch die Klause über das Giemertal nach Mühldorf und Feldbach. Es folgten heftige Gefechte zwischen der Roten Armee und der Deutschen Wehrmacht. Die Kämpfe dauerten bis Kriegsende am 8. Mai 1945. Dabei wurden allein in Mühldorf genau 100 Gebäude zerstört oder in Brand geschossen. Unzählige Soldaten und Zivilisten wurden dabei getötet. Ein eigener Soldatenfriedhof in Mühldorf erinnert heute noch an das sinnlose Völkerringen und Morden während des 2. Weltkrieges.
Nachdem in den Nachkriegsjahren fleißige Hände die zerstörten Dörfer zwar wieder aufgebaut hatten, war von einem wirtschaftlichen Aufschwung nichts zu erkennen. Im Jahre 1968 kam die KG. Oedt aufgrund einer Gemeindezusammenlegung zur KG. Mühldorf und diese bilden seither eine Großgemeinde. Erst in jüngster Zeit siedeln sich immer mehr Betriebe nordöstlich von Mühldorf an. Ein eigenes Einkaufszentrum entstand, wo viele Menschen Arbeit finden.
Auch die Bevölkerungszahl von Mühldorf steigt ständig. Derzeit zählt man um die 3.000 Einwohner. Dies bewirkt wiederum, dass in den letzten 10 Jahren über 100 Wohneinheiten geschaffen wurden.
Sehr aktiv zeigt sich Mühldorf mit seinen modernen Freizeiteinrichtungen. Rege Vereine sorgen ständig für Veranstaltungen. Ein neu angelegter Dorfplatz mit alter Schmiede, Kriegerdenkmal und einer symbolischen Feldbahngarnitur erinnert an vergangene Zeiten.
Im 1. Feilichtmuseum im steirischen Vulkanland "Museum im Troadkostn zu Giem" in Untergiem findet man alles über das Leben der gesamten Umgebung von der Steinzeit bis in die jüngste Vergangenheit.
- Feldbahnlokomotive
Diese renovierte Feldbahnlokomotive mit Waggon ist am Dorfplatz (neben dem Feuerwehrhaus) zu besichtigen.


